Mentale Gesundheit, emotionale Balance und Motivation

Nach gut 2 Monaten Abzessen, schmerzhaftem Gehen, stundenlangem Ausruhen im Sand lag es an uns Menschen das Pferd zum gehen zu bewegen.

Natürlich sollte man ein Pferd mit eine akuten Rehe nicht zwingen zu laufen, da ist der Hauptaugenmerk den Prozess zu stoppen (kühlen)und das Ursachenproblem zu beseitigen. Bei einer chronischen Rehe (also immer mal wieder Schüben) ist es aber wichtig, dass das Pferd neben der richtigen kalorienarmen Fütterun, der richtigen Hufbearbeitung auch dementsprechend Bewegung bekommt. Es reicht die Türe zu öffnen, oder das Pferd im "Aussteh" statt Auslauf, sich bewegen zu lassen. Denn Pferde sind komfortorientiert und werden bei einer 5* superior Versorgung natürlich keine Hufstreich zu viel machen. Außer! das Pferd ist höchst spielgetrieben und die Herde dementsprechend motivierend.

Was ich sagen möchte ist, das Pferd muss als Lauftier laufen...und zwar nicht longiert werden, sondern laufen...und dabei habe ich das Bild einer Rehaklinik im Kopf. Da erlernt man auch die motorischen Fähigkeiten, durch langsame aber exakte Bewegungen, endlose Wiederholungen ohne Belastung usw...Für das Pferd umgesetzt ist das in meinem Verständnis, Schritt, geradeaus, auf einem anfangs ebenem Untergrund. Mitunter auch bergauf und bergab. Hat das Pferd kein Vertrauen in seine Umgebung nehme ich ein erfahrenes, selbstsicheres anderes Pferd mit, damit der Patient sich entspannen kann.

In unserem Fall hatte ich das Gefühl, dass die Letargie wie eine Art schwarzer Vorhang über das Gemüt des Pferdes gefallen war und sich einfach nicht lichten wollte. Zum einen war die Motivation bei Null, die sich aber mit der Angst über das bis dahin immer schmerzhafte Gehen das Rennen lieferte. Ich verstand ihn nur zu gut, aber weiß auch, dass es keinen anderen Weg als die Bewegung gibt. Die Medizin Nr 1 auch bei Menschen mit Deppresionen.

Also startete ich das Laufprojekt und nahm mir für das "Kickstarten" einfach Zeit und Geduld mit. Es dauert einfach nie länger als 2 Tage, das Pferd zu überzeugen. Und die 2 Tage habe ich immer für jedes Pferd . Es dauerte 10 Minuten schlussendlich bis er sich zum Asphalt durchgekämpft hatte. Immer wieder ermuntert durch ein wenig Druck und seine Erleichterung doch "Laufen zu können". Nach ca 40 m auf dem Asphalt fing er an im Takt zu gehen. Er versuchte es zumindest. Der Kopf wippte auf und ab und er hielt ihn auch interessiert hoch. Natürlich sieht man nach wie vor, dass am linken Vorderfuß "was ist", aber er humpelte nicht und stellte die Vorderbeine nicht weit voraus (Rehehaltung) sondern lief mit Freude. Wir gingen 20 Minuten bis zur Weide, welche auch das Ziel war. Und dort versuchte er nach einem Trab auch zu galoppieren. Es sah ziemlich holperig aus, und ich denke auch durch den unebenen Boden in der Wiese war er zögerlich. Schlussendlich schlug er mit beiden Hinterbeinen gleichzeigit aus und galoppierte davon.

 

Es ist wichtig sich nicht nur im Heilungsprozess zu verlieren, sondern auch mal etwas für das Gemüt zu machen. Nicht nur schmieren, verbinden, abtupfen, sondern auch mal das Problem sein lassen zu können und einfach den kurzen Moment der Unbeschwertheit zulassen zu können.

Und sich selbst als Motiviator sehen, für das Pferd dasein, aber nicht mit Mitleid sondern mit positiver Energie. Mitleid hilft niemandem   

20.8.15 11:09

Letzte Einträge: Die Haut - das größte Organ am Körper!, jeder Tod bedeutet eine Wiedergeburt, Durchbrüche, Weihnachten, Geburt...oder Folge dem Stern, Zeitraffer

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen